Patienteninformation SCIT                     

 

 

                                               

 

Patienteninformation SCIT                     

 

Aufgrund Ihrer Beschwerden und Befunde haben wir Ihnen eine Subcutane Immuntherapie (SCIT) angeraten.

Hier haben wir für Sie wichtige Informationen zusammengefasst und häufig gestellte Fragen beantwortet.

 

Für einen optimalen Ablauf und Erfolg der SCIT ist eine gute Kooperation zwischen betreuendem Arzt und Patienten besonders wichtig; so kann die Immuntherapie für Sie am besten angepasst werden und das Risiko von Nebenwirkungen verringert werden.

 

Darum ist es für uns wichtig, dass sie:

  • Ein Beschwerdetagebuch führen, um zu sehen, wie gut sie auf die Therapie ansprechen (z.B. mit www.pollendiary.com/Phd/de/start)
  • Uns mitteilen, wenn sie sich am Tag der Impfung !!!!krank fühlen!!!! (z.B. Erkältung), denn meist wird die Immuntherapie gerade dann nicht gut vertragen und sollte verschoben werden, um so Nebenwirkungen zu vermeiden
  • Nach der Injektion 30 Minuten in der Praxis warten (da Nebenwirkungen vor allem in den ersten 30 Minuten nach Injektion auftreten)
  • Am Tag der SCIT auf Sport/ körperliche Anstrengung, Sauna und Alkoholkonsum verzichten
  • Uns mitteilen wenn sie Medikamente eingenommen haben/ einnehmen, da dies die Immuntherapie beeinflussen kann
  • Einen Abstand von 7-10 Tagen zu anderen Impfungen (z.b. FSME, Grippe etc.) einhalten

 

 

Formen der SCIT

 

  • Klassische“ (Langzeit-) SCIT

Möglich für Pollenallergien, Hausstaubmilbenallergie, Bienen-/ Wespenallergie, Schimmelpilzallergie, Katzenhaarallergie)

Zu Beginn einer „klassischen“ SCIT bekommen Sie ca. 8 Wochen lang 1x/Woche eine Injektion; hier fängt man mit einer kleinen Dosis des Allergens an (um den Körper daran zu gewöhnen) und steigert diese dann auf Ihre individuelle Erhaltungsdosis. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, dass sie 1x/Woche für die Impfung Zeit finden!!

Wenn die Erhaltungsdosis erreicht wurde, werden Sie nur noch 1x/Monat gespritzt.

Eine SCIT dauert ca. 3-4 Jahre und sollte konsequent über diesen Zeitraum ohne Unterbrechungen durchgeführt werden.

 

 

  • Kurzzeit SCIT

Möglich bei Pollenallergien (nicht bei Hausstaubmilben-, Bienen-/Wespen-, Schimmelpilzallergie)

Hier werden vor der Saison ca. 4 Injektionen verabreicht.

Interessant für Patienten, die keine Zeit für eine klassische SCIT finden, als Booster Therapie nach erfolgter klassischer SCIT, bei Patienten mit leichten Beschwerden.


 

Wie läuft die „klassische“ SCIT ab? Wie oft muss ich zum „Spritzen“kommen?

 

Zu Beginn einer „klassischen“ SCIT bekommen Sie ca. 8 Wochen lang 1x/Woche eine Injektion; hier fängt man mit einer kleinen Dosis des Allergens an (um den Körper daran zu gewöhnen) und steigert diese dann auf Ihre individuelle Erhaltungsdosis. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, dass sie 1x/Woche für die Impfung Zeit finden!!

Wenn die Erhaltungsdosis erreicht wurde, werden Sie nur noch 1x/Monat gespritzt.

Eine SCIT dauert ca. 3-4 Jahre und sollte konsequent über diesen Zeitraum ohne Unterbrechungen durchgeführt werden.

Werden sie gegen Gräser oder Baumpollen geeimpft so wird während der „Pollensaison“ Ihre Erhaltungsdosis verringert, um dann wieder nach der Saison auf Ihre ursprüngliche Erhaltungsdosis hinauf dosiert zu werden (!!!!Die Immuntherapie sollte in der Pollensaison NICHT unterbrochen werden!!!!)

 

 

 

 

 

Wie viel Zeit nimmt das Spritzen in Anspruch?

 

Das Verabreichen der Spritze ist innerhalb weniger Minuten erledigt. Allerdings müssen Sie danach eine halbe Stunde in der Praxis bleiben, da Nebenwirkungen meist in der ersten halben Stunde nach Injektion auftreten.

 

 

Was passiert, wenn ich einmal im Monat zur geplanten Zeit nicht zum Spritzen kommen kann (wg. Krankheit, Urlaub etc.)?

 

Innerhalb eines gewissen Zeitraumes kann man mit Ihrer persönlichen Erhaltungsdosis wie gewohnt fortsetzen. Wenn über 8 Wochen zur vorherigen SCIT vergangen sind sollte man mit der Dosis herunter gehen um so Nebenwirkungen zu vermeiden.

 

 

Welche Nebenwirkungen können bei einer SCIT auftreten?

 

  • Lokalreaktionen sind häufig; an der Einstichstelle kann es zu einer Rötung/Schwellung/ Schmerzen kommen; dem kann man bei weiteren Injektionen durch vorherige Gabe von Antihistaminika vorbeugen.
  • Schwere, lebensbedrohliche systemische Reaktionen treten sehr selten, d. h. in ca. als 1 von 500.000 Fällen auf, insbesondere dann, wenn keine Dosisanpassung während der Pollenzeit erfolgt, wenn Sie krank sind, wenn die vorgeschriebene Wartezeit von 30 Minuten nicht eingehalten wird, wenn Sie am Tag der Injektion Sport machen/ Sauna gehen oder Alkohol trinken, wenn gleichzeitig andere Medikamente wie Beta-Blocker eingenommen werden.

 

 

Wie effektiv ist eine SCIT wirklich? Was kann ich machen, wenn ich wieder Beschwerden nach einer beschwerdenfreien Zeit bekomme?

 

Bei 45- 60% der Patientin die mit einer SCIT behandelt wurden, trat eine deutliche Verbesserung der Symptome/ ein geringerer Medikamentenverbrauch auf. 10% der Patienten bleiben dauerhaft beschwerdefrei. (H. Kofler und G. Grander eigene Daten 1999-2006)

Die Wirksamkeit der SCIT ist bei der allergischen Rhinokonjunktivitis bei Pollen- und Hausstaubmilbenallergie durch zahlreiche kontrollierte Studien und bei Tier- (Katzen) und Schimmelpilzallergie (Alternaria, Cladosporium) durch wenige Studien belegt.

Meist hält die Wirkung für einige Jahre an, dies ist aber von Patient zu Patient unterschiedlich. Sollten Sie bemerken, dass Ihre Beschwerden wieder auftreten, so kann eine Booster Immuntherapie erfolgen; hier erhalten Sie 4 Injektionen vor der Pollensaison zur „Auffrischung“, sie müssen also nicht die gesamte Immuntherapie wiederholen.

 

 

Was sind meine Alternativen zur SCIT?

 

  • Es gibt die Möglichkeit einer Sublingualen Immuntherapie (SLIT) bei der Sie Tabletten (Grazax, ORAL AIR) bekommen, die im Mund aufgelöst werden. Die Wirksamkeit der SLIT ist bei der allergischen Rhinokonjunktivitis durch Gräserpollen in mehreren großen, kontrollierten Studien belegt, allerdings weiß man noch zu wenig über Langzeitergebnisse. Bei anderen Allergenquellen (Hausstaubmilben, Tierepithelien, Schimmelpilzsporen) existieren bisher weniger und teilweise unzureichende Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen. Eine SLIT sollte also bei Gräserpollenallergie erfolgen und wenn eine SCIT nicht in Frage kommt.

 

  • Wenn Ihre Beschwerden nicht so stark sind/ Sie nur an wenigen Tagen im Jahr mildere Beschwerden haben, so kann man auch eine symptomatische Therapie erwägen. Hier nehmen Sie während der Beschwerdesaison/ wenn sie Beschwerden haben  Antihistaminika, Nasensprays, Augentropfen etc.

Allerdings ist bei 60% aller Pollinose Patienten eine rein symptomatische Therapie nicht ausreichend.

 

  • Auch eine Expositionsprophylaxe (=Meiden des Allergens) ist sinnvoll, aber nicht bei allen Allergien möglich. So können bei der Hausstaubmilbenallergie spezielle Bettüberzüge (Encasings) Ihre Beschwerden bereits lindern.

 

 

 

Wie funktioniert eine Hyposensibilisierung eigentlich?

 

Im Fall einer Allergie reagiert das Immunsystem auf Substanzen  die normalerweise für den Körper keine Gefahr darstellen (wie z.B. Pollen), mit der Produktion von Antikörpern. Diese führen dann zu Reaktionen im Körper (wie z.B. der Ausschüttung von Histamin aus Mastzellen) die Ihre Allergiebeschwerden hervorrufen.

 

Bei einer Hyposensibilisierung wird Ihnen das entsprechende Allergen immer wieder zugeführt, so dass ihr Körper anfängt das Allergen zu tolerieren und die überschießende Reaktion auf Kontakt mit dem Allergen sich vermindert/ ausbleibt.

 

 

Literatur:

http://www.allum.de/

http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/index.html

 

H. Kofler, D. Fuchs

 

 

 

Stand 2017                                                                            Doz. Dr. Kofler, Dr. G. Grander 



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